IV - Von Hundert auf Null/Juli 2011




Angst!
Immer wieder Angst!
Angst im Bett!
Angst beim Radfahren!
Angst beim Einkaufen!
Angst beim Arbeiten! Obwohl, ich arbeite ja schon lange nicht mehr! Noch nicht einmal mehr arbeiten kann ich, so weit hat es meine Angst geschafft, sich auszubreiten!
Und jetzt habe ich auch noch Angst beim Gang zur Toilette!
Na klasse, schlimmer kann es eigentlich nicht kommen.
Ich kann nicht einmal mehr ohne Angst pinkeln.
Aber meine Angst ist nicht irgendeine grundsolide, völlig normale Angst!
Nein, meine Angst heißt Panik! P-A-N-I-K!
Fünf Buchstaben, die mir mein Leben nehmen. Die mich zu ihrer Gefangenen machen.
Sie hat es geschafft, sie hat mir mein Leben geraubt!

Das verdammte Miststück Panik!

Ich hasse die Panik! Ich werde sie immer hassen. Nie, aber auch nie werde ich sie annehmen! Wie soll man etwas annehmen können, was einem alles nimmt.
Zwar versuchen schlaue Psychotherapeuten, die noch nie im Leben Panik verspürt haben, mir einzutrichtern, dass mir die Panik auch etwas gibt. Ich solle sie doch endlich annehmen und mich mit ihr vereinen, um dann mit ihr gemeinsam zu versuchen, sie gehen zu lassen!
Was für ein Tütelüt!
Ich nenne doch auch niemanden meinen Freund, der mir nicht gut tut. Zumindest, wenn ich begreife, dass er mir nicht gut tut, trenne ich mich von ihm. Warum sollte ich mich also mit dieser widerlichen Panik vereinen, nur, um sie dann wieder gehen zu lassen.
Theoretiker, all diese Therapeuten sind Theoretiker.
Ich habe in meiner fünfunddreißigjährigen Panikkarriere, anderweitig konnte ich ja keine Karriere machen, vielen Dank noch einmal dafür, du miese Panik, keinen einzigen Therapeuten kennengelernt, der wenigstens schon einmal eine Panikattacke gehabt hat! KEINER!

Die Panik wird also nie mein Freund werden und ich werde mich erst recht nicht mit ihr auf irgendeinen Weg begeben, niemals!

Mein Freund heißt Tavor! T-A-V-O-R!